
Durchgängige Nutzung von Fireboard. Von der kommunalen Einsatzleitung bis zur Stabsarbeit auf Landkreisebene.
Konsequente Entscheidung zugunsten einer landkreisweit einheitlichen Lösung.
Großschadenslagen wie das schwere Elbe-Hochwasser im Jahr 2013 stellten die Feuerwehren und beteiligten Hilfsorganisationen im Landkreis Meißen vor erhebliche organisatorische und operative Herausforderungen. Ein durchgängiger Überblick über die Einsatzlage war nur eingeschränkt möglich, da teilweise noch mit handschriftlichen Listen gearbeitet wurde. Die fortlaufende Dokumentation band wertvolle personelle Ressourcen und war mit hohem Zeitaufwand verbunden.
Vor diesem Hintergrund verfolgte der Landkreis das Ziel, die Einsatzführung nachhaltig zu professionalisieren, Prozesse zu standardisieren und die interkommunale Zusammenarbeit deutlich zu stärken. Insbesondere für Flächen- und Katastrophenlagen sollte eine einheitliche, leistungsfähige Einsatzführungssoftware eingeführt werden, die eine strukturierte, schnelle und lageangepasste Führung ermöglicht. Das Hochwasserereignis war somit der maßgebliche Impuls für die konsequente Entscheidung zugunsten einer landkreisweit einheitlichen Lösung.
Interkommunale Zusammenarbeit und Systemeinführung
Der Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis Meißen wird durch insgesamt 141 Ortsfeuerwehren sichergestellt. Bereits vor der landkreisweiten Einführung setzten mehrere Kommunen Fireboard erfolgreich ein. Dadurch bestand eine solide Ausgangsbasis für eine durchgängige Nutzung – von der kommunalen Einsatzleitung bis hin zur Stabsarbeit auf Landkreisebene.
Bei der Systemauswahl lag der Fokus klar auf der reibungslosen Zusammenarbeit über alle Führungsstufen hinweg. Die flächendeckende Einführung von Fireboard wurde zentral durch den Kreisbrandmeister koordiniert und finanziell unterstützt.
Gerade vor dem Hintergrund zunehmend knapper Personalressourcen ist die überörtliche Unterstützung zwischen Feuerwehren von entscheidender Bedeutung. Fireboard schafft hier einen wesentlichen Mehrwert: Durch standardisierte Abläufe und eine einheitliche Bedienlogik wird die Austauschbarkeit von Führungspersonal gewährleistet und eine effiziente Einsatzbearbeitung auch in überörtlichen und komplexen Lagen ermöglicht.
Einsatzbetrieb und eingesetzte Module
Aktuell arbeiten 18 Kommunen im Landkreis Meißen mit Fireboard in den Führungsstufen A, B und C. Dabei kommen überwiegend die Fireboard Module Einsatzführung und Lagekarte zum Einsatz.
Darüber hinaus ist Fireboard in 15 von 16 ortsfesten Befehlsstellen etabliert. Dort werden die Fireboard Module Einsatzführung, Lagekarte und Ausnahmezustand genutzt, insbesondere zur strukturierten Abarbeitung von Unwetter- und Großschadenslagen. Ergänzend steht eine Schnittstelle zur automatisierten Alarmdatenübernahme zur Verfügung, was die Einsatzdokumentation weiter vereinfacht und beschleunigt.
Bei Großschadensereignissen der Führungsstufe D setzt die Technische Einsatzleitung des Landkreises Fireboard mit den Modulen Einsatzführung, Lagekarte und Kommunikation ein. Damit ist eine durchgängige Nutzung der Software über alle Führungsstufen hinweg sichergestellt – von der ersten Alarmierung bis zur Stabsarbeit.
Über das Fireboard-Portal stellt der Landkreis zentrale und einheitliche Daten wie Einsatzmittellisten, Straßenverzeichnisse und standardisierte Einsatzstichworte bereit. Die Kommunen ergänzen diese Informationen eigenständig, unter anderem durch die Pflege von Hydrantenplänen und Sonderobjekten in der Einsatzbibliothek. Dies erhöht die Datenqualität und verbessert die Lagebeurteilung im Einsatz erheblich.
Organisation und Ausbildung
Die Einführung sowie der flächendeckende Betrieb von Fireboard wurden durch den Landkreis organisatorisch begleitet und finanziell unterstützt – mit dem klaren Ziel, eine einheitliche, leistungsfähige Einsatzführungssoftware über alle Führungsstufen hinweg zu etablieren.
Die Ausbildung des Bedienpersonals wird landkreisweit koordiniert und vollständig durch eigenes, qualifiziertes Personal durchgeführt. Regelmäßige Schulungen und praxisnahe Übungen, insbesondere zu außergewöhnlichen Einsatz- und Katastrophenlagen, stellen sicher, dass Fireboard jederzeit sicher beherrscht wird und auch in komplexen Flächenlagen zuverlässig zum Einsatz kommt.

