ANWENDERBERICHT
Rheingau-Taunus-Kreis
Bessere Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Organisationen
Komplexe Einsatzlagen mit vielen parallelen Einsätzen werden zur echten Herausforderung
Der Rheingau-Taunus-Kreis steht in den Wintermonaten vor zunehmend komplexen Einsatzlagen. Hohe Schneelasten, zahlreiche Paralleleinsätze und großflächige Unwetter fordern die Einsatzkräfte in besonderem Maße.
Die Lagebilder ändern sich oft innerhalb kürzester Zeit, sodass eine koordinierte, überörtliche Einsatzführung entscheidend ist. Gleichzeitig erschweren analoge Arbeitsprozesse in einigen Städten und Gemeinden die schnelle Zusammenführung von Informationen.
Dadurch entsteht ein erhöhter Aufwand, um ein verlässliches und aktuelles Gesamtlagebild zu schaffen, das für die Entscheidungsfindung unerlässlich ist.
Einheitliche, digitale Zusammenarbeit
Heute gestaltet der Rheingau-Taunus-Kreis die Einsatzführung effizienter und strukturierter.
Ziel ist es, Abläufe zu vereinheitlichen und die Zusammenarbeit zwischen Kommunen sowie mit den Führungseinheiten des Landkreises nachhaltig zu stärken.
Mit der Einführung von Fireboard etabliert der Kreis eine einheitliche, digitale Einsatzführungssoftware, die bei lokalen Ereignissen ebenso wie bei großflächigen Lagen eine schnelle, transparente und professionelle Lageführung ermöglicht.
Starker Anreiz zur flächendeckenden Nutzung des Systems
Die Beschaffung und Einführung von Fireboard organisiert und finanziert der Landkreis zentral. Er übernimmt zudem die Systemadministration, die Pflege der zentralen Datenbasis sowie die Ausbildung der Anwender. Dieser zentrale Ansatz senkt die Einstiegshürden für die Kommunen erheblich und schafft einen starken Anreiz, das System flächendeckend einzusetzen.
Ein wesentlicher Mehrwert entsteht durch die landkreisweit einheitliche Datenbasis. Über die Fireboard Einsatzbibliothek stehen standardisierte Informationen wie Wasserentnahmestellen, Gebäude- und Sonderpläne zentral bereit. Eine einheitliche Nomenklatur sorgt für konsistente Pflege und Darstellung.
Die Daten stehen nicht nur der jeweiligen Kommune, sondern im Einsatzfall auch überörtlichen Einheiten benachbarter Gemeinden zur Verfügung. So entsteht eine belastbare Informationsgrundlage über kommunale Grenzen hinweg, die die interkommunale Zusammenarbeit nachhaltig stärkt.
Dynamisches, landkreisweites Lagebild
Auf Landkreisebene führt das Fireboard Portal alle Einsatzdaten aus den kommunalen Instanzen automatisch zusammen.
Das Lagebild entsteht dynamisch aus den laufenden Einsätzen der Kommunen und aktualisiert sich fortlaufend über den gesamten Einsatzverlauf.
So behält der Landkreis jederzeit einen aktuellen Überblick und verfügt über eine fundierte Grundlage für Führung und Entscheidungsfindung – auch in komplexen, dynamischen Lagen.
Durchgängige Informationsflüsse und transparente, vernetzte Einsatzführung über alle Ebenen
Jede Kommune im Rheingau-Taunus-Kreis nutzt eigene Fireboard Instanzen für den Einsatzleitwagen (ELW 1) und für die Bearbeitung von Flächenlagen in den Feuerwehrhäusern. Zum Einsatz kommen die Module Einsatzführung, Lagekarte und – bei Flächenlagen – Ausnahmezustand.
Im Unwetterfall fungiert jedes Feuerwehrhaus als eigenständige Unwetterzentrale und koordiniert die Einsätze im eigenen Zuständigkeitsbereich. Die vorhandenen Arbeitsplätze ermöglichen eine parallele, strukturierte Bearbeitung mehrerer Einsätze.
Auf Landkreisebene arbeiten sowohl die IuK-Einheit als auch der Stab mit Fireboard. Ergänzend nutzen sie das Modul Kommunikation zur digitalen und strukturierten Abbildung des Meldewesens. Der ELW–Rettungsdienst setzt zusätzlich das Modul Sanitätsdienst ein.
So laufen Führungs-, Kommunikations- und Unterstützungsprozesse in einer durchgängigen, medienbruchfreien Umgebung zusammen.
Über angebundene Schnittstellen stehen einsatzbezogene Alarm– und Statusdaten direkt in der Lageführung zur Verfügung.
Die Leitstelle des Rheingau-Taunus-Kreises kann das aktuelle Gesamtbild jederzeit einsehen. Das Ergebnis ist eine hohe Transparenz, schnelle Informationsflüsse und eine über alle Ebenen hinweg abgestimmte Einsatzführung.
„Fireboard hat unsere Zusammenarbeit im Kreis auf ein neues Niveau gehoben. Gerade bei komplexen Einsatzlagen können wir heute die Lagebilder der Kommunen zu einem verlässlichen Gesamtbild zusammenführen und dadurch Entscheidungen deutlich schneller und fundierter treffen. Dieses gemeinsame, dynamische Lagebild ist für die Einsatzführung ein echter Gewinn – besonders in herausfordernden, großflächigen Einsatzlagen.“
— Christian Rossel, Kreisbrandinspektor, Rheingau-Taunus-Kreis
Einheitliche Ausbildung schafft Handlungssicherheit
Die Ausbildung der Anwenderinnen und Anwender organisiert der Landkreis ebenfalls zentral.
Ein eigens entwickelter Lehrgang für Führungsunterstützungspersonal vermittelt neben den Grundlagen der Führungsunterstützung auch den praxisnahen Einsatz von Fireboard. So entsteht ein sicherer, routinierter Umgang mit dem System – sowohl im Regelbetrieb als auch in Flächen- und Sonderlagen.
Regelmäßig durchgeführte, landkreisweite Übungen festigen die Anwendung und stärken die Routine. Der Nutzen zeigt sich unmittelbar: hohe Handlungssicherheit, kurze Reaktionszeiten und eine spürbar verbesserte Führungsqualität im gesamten Kreisgebiet.

